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Telegraphenstation Nr. 11, Ziegelsdorf

Vorschaubild

Torsten Wambach

Telegrafenstraße
39291 Möckern OT Ziegelsdorf

Mobiltelefon (0160) 8101707

E-Mail E-Mail:
Homepage: www.optischerTelegraph4.de/stationen

Vorstellungsbild

Von der eigens errichteten Telegrafenstation sind keine baulichen Überreste vorhanden. Stationen, die aufgrund ihrer Lage nicht zu anderen Zwecken wie Wohn- oder Forsthäuser umgenutzt werden konnten, hat man nach Aufgabe der Linie zurückgebaut.

 

Die Station befand sich nordwestlich von Ziegelsdorf (heute Waldgebiet).

 

Namentlich sind acht Telegrafisten bekannt.

  1. Untertelegraphist Johann Gottfried Koschel (2mal 1833)

  2. Obertelegraphist Jost, Ziegelsdorf (1833)

  3. Telegraphist Johann Friedrich Wieneke (1835, 1837)

  4. Lieutenant von der Masch, Obertelegraphist zu Reesen (1835, 1837 u. 1838)

  5. Obertelegraphist Ltn. a. D. Ferdinand Schuz(t)ius, Reesen (1838, 1839)

  6. Untertelegraphist (Ferdinand) Eck (1839)

  7. Obertelegraphist Götsch (1843, 1849)

  8. Untertelegraphist Engel (1843)

 

Telegrafenhügel mittel

 

Bilder, Zeichnungen oder Skizzen zur Station sind uns nicht bekannt. Belegt ist, dass es sich um einen für die Telegraphie errichteten Funktionsbau gehandelt hat.

 

mögliches Aussehen (insgesamt gab es fünf verschiedene Grundtypen):

  • Häuschen nach englischem Vorbild mit Beobachter- und Wohnzimmer (4,4 x 5 m) und Kammer (2,2 x 5 m), 2,8 m hoch,

  • Fenster durch Läden zu verschließen,

  • Signalmast, 6,30 m hoch

  • hölzerner Anbau – vermutlich Stall mit Abtritt; Garten

  • über dem Beobachtungszimmer auf dem Dach eine umgitterte Plattform,

  • Station war zum Übernachten geeignet

 

Anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Inbetriebnahme der Telegraphenlinie ist am 26.10.2008 der Schaukasten in der Ortsmitte von Ziegelsdorf eingeweiht worden. Neben zahlreichen Vereinsmitgliedern, Einwohnern und Gästen konnte als Überraschungsgast das mdr-Fernsehen begrüßt werden.

 

Übergabe Poster

 

Links: Schaukasten in Ortsmitte

Mitte: Enthüllung mit Bürgermeisterin Karola Pöschl

Rechts: Geschenk zur Schaukasteneinweihung von der IG Station Nr. 4 Potsdam, im Bild: Dr. Manfred Menning

 

Am 09.12.2009 stellte der Heimatverein Grabow den Einwohnern sein Vorhaben in Ziegelsdorf einen Signalmasten zu errichten vor. Im Rahmen dieser Einwohnerversammlung befürworteten die anwesenden Bewohner die Umbenennung der bisher namenlosen Hauptstraße in „Telegrafenstraße“.

 

Am 06.08.2010 war es dann soweit. Unter großer Anteilnahme der Einwohner und zahlreicher Gäste wurde die erste „Telegrafenstraße“ des Landkreises Jerichower Land eingeweiht. Das Straßennamensschild enthüllten mit Bürgermeisterin Karola Pöschl der jüngste (André Winkelmann) und der älteste Einwohner (Helmut Neumann) der Telegrafenstraße.

 

 

Bilder:

Links: Straßennamenschild

Mitte: Enthüllung

Rechts: Ausstellung zum Thema „optische Telegraphie in Preußen“

 

 

Bilder: Kinder absolvieren an einer Miniattrappe ihr Telegraphendiplom

 

Nach zweijähriger Planungs- und Bauzeit war es dann soweit. Am Freitag, den 13.05.2011 wurde der voll funktionsfähige Signalmast aufstellt. Neben Vereinsmitgliedern und Einwohnern war auch das mdr-Fernsehen live dabei.

 

Der Signalmast wurde von Schlosser- und Schmiedemeister Manfred Rulff und seinem Gesellen Berndt Leps (beide: Schlosserei Rulff GmbH) in Grabow gebaut. Galt die Telegraphenlinie einst als eine Pionierleistung der Kommunikationsgeschichte so ist der heutige Nachbau eine wahre Meisterleistung deutscher Handwerkskunst.

 

Technische Daten:

Höhe Mast: 9,00m

max. Höhe Attrappe: 9,90m

Länge der Flügel/Indikatoren: 1,74m

Breite der Flügel/Indikatoren: 0,33m

Abstand der Flügelachsen: 2,60m

 

Das Projekt war ein LEADER-Projekt der Lokalen Aktionsgruppe „Mittlere Elbe – Fläming“ und wurde über den „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes“ gemeinsam mit Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

 

Zahlreiche Privatpersonen, Vereine und Firmen aus der Region haben dieses Vorhaben durch Sach- und Geldspenden unterstützt. Anlage „unsere Sponsoren mit Logos“ als Link zum öffnen hier einfügen

 

Internet:

www.optischerTelegraph4.de unter Menü „Stationen“

 

Ansprechpartner:

Heimatverein Grabow e.V.

Torsten Wambach

Tel.: 01 60 / 810 1707

E-Mail:

 

nächste Stationen in Richtung Koblenz:

Nr. 12 Schermen, Kapaunenberg (vgl. blauer Pfeil, Entfernung ca. 11 km) 

Nr. 13 Biederitz, Telegraphenberg (heute Wohnhaus in Willi-Obermüller-

Straße)

Nr. 14 Magdeburg, Johanniskirche

Nr. 15 Hohendodeleben, Fuchsberg

Nr. 16 Ampfurth, Schlossturm

 

nächste Stationen in Richtung Berlin:

Nr. 10 Dretzel, Weinberg

Nr. 9 Zitz, Steinberg

Nr. 8 Kirchmöser, Mühlenberg

Nr. 7 Stadt Brandenburg a.d.H., Marienberg

Nr. 6 Schenkenberg, Telegraphenberg

 

Quellen und weitere Informationen:

www.optischerTelegraph4.de

www.optische-telegrafie.de

www.strasse-der-technik.de

Dieter Herbarth: „Die Entwicklung der optischen Telegrafie in Preußen“, erschienen 1978, Landeskonservator Rheinland

Vorstellungsbild


Aktuelle Meldungen

Heimatverein Grabow e.V. beim Sachsen-Anhalt dabei gewesen

(07.08.2012)

Fern ab der ehemaligen Königlich-preußischen optischen Telegrafenlinie Berlin – Koblenz, die quer durch Deutschland und Sachsen-Anhalt verlief, war das Interesse der Besucher auf dem Sachsen-Anhalt-Tag sehr groß. Der Informationsstand der „Interessengemeinschaft Optische Telegrafie in Preußen“, zu der auch die Telegrafenstation in Ziegelsdorf gehört, hielt viele interessante Informationen und Ausstellungsstücke zum Thema „Optische Telegraphie“ bereit.  Im Fokus standen dabei alle elf Telegraphenstationen Sachsen-Anhalts und der geplante Telegraphenradweg. Ob Jung oder Alt, viele Besucher hörten zum ersten Mal von diesem spannenden Kapitel deutscher Nachrichtentechnik und von den vielfältigen Aktivitäten entlang der einstigen Telegrafenlinie in Sachsen-Anhalt. Besucher aus dem Jerichower Land freuten sich dagegen ein Stück Heimat in Dessau wieder zu sehen. Auch wenn der Aufwand im Vorfeld und dann vor Ort schon für alle Beteiligten groß war, so hat sich die Teilnahme am Sachsen-Anhalt-Tag durch den hohen Zuspruch der Besucher wieder gelohnt. Unser Dank gilt unseren heimischen Sponsoren, die uns bei diesem Ausflug unterstützt haben. Im nächsten Jahr wird der Heimatverein Grabow wieder gemeinsam mit den anderen Telegrafenstationen beim Sachsen-Anhalt-Tag in Gommern dabei sein. Dann gilt es allen Gästen beim „Heimspiel“ einmal mehr die Vielfalt des Jerichower Landes zu präsentieren.  Wer nicht so lange warten möchte, kann uns immer am zweiten Sonntag eines Monats (April-Oktober) jeweils von 14.00-17.00 Uhr oder nach Vereinbarung in Ziegelsdorf besuchen kommen.

Mehr zu den Telegrafenstationen Sachsen-Anhalts finden Sie unter: www.optischerTelegraph4.de

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[Optische Telegraphie]

Foto zu Meldung: Heimatverein Grabow e.V. beim Sachsen-Anhalt dabei gewesen