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Kirche Zeddenick

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Schulstraße
39291 Möckern OT Zeddenick

Homepage: www.elisabethkirche-zeddenick.de

Der Innenraum des Gotteshauses birgt so manche Kostbarkeiten: Im Chor und in der Apsis wurden Endes des 19 Jahrhunderts bei Vergrößerungsarbeiten der Apsisfenster romanische Wandmalereien entdeckt. Von der Gemeinde Zeddenick und dem Denkmalschutz Halle wurde der Restaurationsmaler August Olbers berufen, der von etwa 1900 - 1902 diese romanischen Malereien in qualitätsvoller Interpretation restaurierte, historische Farbtöne verwendete, verbunden mit der Intention des 19. Jahrhunderts. In der Apsis sehen wir eine Inthronisation, Christus und Maria zusammen in der Mandorla. Solch eine Darstellung ist sehr selten, meist wird Christus nur allein innerhalb der Mandorla und Maria dann außerhalb, daneben gemalt. Zur Rechten könnte Johannes und zur Linken ein Märtyrer dargestellt sein. Umrahmt wird das Ganze von den 4 geflügelten Evangelistensymbolen. Unterhalb, teils zwischen den Apsisfenstern, befinden sich 8 Heilige, die der Maler Olbers durch getreu nachgemalte Kopien auf Stoff ergänzt hat. Man nennt solche aufgeklebten Stoffbilder Marouflagen (vom Französischen "moroufle" = Leim) Links im Chor auf der Nordseite sind unterhalb des Originalfensters aus der romanischen Zeit ebenfalls solche Marouflagen. Teils sind diese im Laufe der Zeit abgefallen, bzw. abgerissen worden. Leider! Denn inzwischen hat diese Art der Restaurierung bereits großen kunstgeschichtlichen Wert. Wir sehen auf der Nordseite, dass einmal 7 Heilige dort abgebildet gewesen sein müssen, und auf der gegenüberliegenden Südseite befinden sich auch noch die gleichen Friese, so dass mit Bestimmtheit anzunehmen ist, dass auch dort vor dem Einbau des bunten großen Christusglasfensters (etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts) sich in der Romanik 7 dargestellte Heilige befunden hatten. Vom Begriff der "14 Nothelfer" kann im 12. und 13. Jahrhundert vermutlich noch nicht gesprochen werden, jedoch sind die 3 heiligen Frauen (v.l.n.r.) "heilige Margarete, die heilige Barbara und daneben die heilige Katharina dargestellt. Die anderen heiligen Männer sind trotz ihrer dazu gehörenden Attribute nicht klar zu identifizieren. Im Chor steht der schöne, in diesem Jahr restaurierte gotische Altar von etwa 1420, eventuell aus der Parlerschule. Die liebliche Madonna lässt darauf schließen. Sie ist links und rechts von je 2 Heiligen umgeben. Auch der Taufstein, das sehr schöne "Weihnachtsfenster" (19. Jhd.), sowie die Emporen und die Kanzel (etwa 1660) machen unsere Kirche sehenswert.